Was kostet Google Ads für Handwerker?
Werbebudget, Klickpreise, Betreuung: Wie sich die Kosten für Google Ads im Handwerk zusammensetzen, wie du deine Kosten pro Auftrag berechnest und ab wann sich der Kanal trägt.
Die häufigste Frage im ersten Gespräch: „Was kostet mich das am Ende?“ Bei Google Ads gibt es keinen Festpreis, weil du zwei getrennte Posten hast — das Werbebudget, das direkt an Google geht, und die Betreuung der Kampagne. Beide lassen sich vorher klar festlegen. Was du dagegen nicht vorab festlegen kannst, ist der Klickpreis: Der entsteht in einer Auktion und hängt von Gewerk, Region und Wettbewerb ab.
Dieser Artikel zeigt dir, woraus sich die Kosten zusammensetzen, wie du mit deinen eigenen Zahlen ausrechnest, ob sich der Kanal für dich lohnt, und woran du früh erkennst, dass Budget verbrannt wird.
Die zwei Kostenblöcke
- Werbebudget: Du zahlst pro Klick auf deine Anzeige, nicht für die Einblendung. Das Tagesbudget legst du selbst fest und kannst es jederzeit ändern oder pausieren. Google zieht es direkt über dein Konto ein.
- Betreuung: Einrichtung von Konto, Kampagnen, Keywords, Anzeigen und Conversion-Tracking sowie die laufende Optimierung. Bei uns startet die Betreuung ab 300 € pro Monat, monatlich kündbar.
Wichtig für deine Kalkulation: Das Werbebudget ist keine Investition in ein Werbemittel, das dir bleibt — es ist verbraucht, sobald der Klick passiert ist. Deshalb muss die Seite, auf der die Klicks landen, funktionieren. Ein gutes Keyword auf einer schwachen Zielseite ist teurer als ein mittelmäßiges Keyword auf einer starken.
Warum Klickpreise so unterschiedlich sind
Der Preis pro Klick entsteht in einer Auktion. Entscheidend sind dein Gewerk, deine Region und der Wettbewerb: In einer Großstadt mit vielen Anbietern kostet ein Klick auf „Badsanierung“ deutlich mehr als in einer ländlichen Region. Auch die Qualität von Anzeige und Zielseite beeinflusst den Preis — je besser Suchbegriff, Anzeigentext und Zielseite zusammenpassen, desto günstiger spielt Google dich aus.
Ein zweiter Faktor wird oft unterschätzt: die Suchabsicht hinter dem Keyword. „Heizung Notdienst“ ist teuer, weil dahinter ein sofortiger Auftrag steht. „Heizung Kosten“ ist günstiger, bringt aber auch mehr Leute, die nur recherchieren. Beides kann sinnvoll sein — nur nicht mit derselben Erwartung.
Verlässliche Klickpreise für dein Gewerk und deinen Ort bekommst du nur aus dem Google Keyword Planner oder aus deinen ersten Kampagnendaten. Pauschale Preislisten im Netz sind fast immer irreführend, weil sie über alle Branchen und Regionen mitteln.
Rechne in Kosten pro Auftrag, nicht in Klickpreisen
Der Klickpreis allein sagt nichts aus. Interessant ist, was dich eine Anfrage kostet, was ein Auftrag kostet und was er dir einbringt. Die Rechnung dahinter ist einfach genug, um sie auf einem Bierdeckel zu machen:
- Kosten pro Anfrage = Werbebudget ÷ Anzahl Anfragen
- Kosten pro Auftrag = Kosten pro Anfrage ÷ Abschlussquote (z. B. 0,3 bei 30 %)
- Lohnt sich, wenn Kosten pro Auftrag deutlich unter deinem durchschnittlichen Deckungsbeitrag pro Auftrag liegen
| Beispielrechnung | Wert |
|---|---|
| Werbebudget im Monat | 600 € |
| Klicks (bei ø 2,50 € pro Klick) | 240 |
| Anfragen (bei 5 % Anfragequote) | 12 |
| Kosten pro Anfrage | 50 € |
| Abschlussquote | 33 % |
| Aufträge | 4 |
| Kosten pro Auftrag | ≈ 150 € |
Die Zahlen im Beispiel sind bewusst als Rechenmodell zu verstehen — deine echten Werte hängen von Gewerk, Region und Auftragswert ab. Setz einfach deine eigenen Zahlen ein: Wenn ein durchschnittlicher Auftrag bei dir 2.000 € Umsatz und davon vielleicht 600 € Deckungsbeitrag bringt, sind 150 € Werbekosten pro Auftrag wirtschaftlich. Bei einer 90-€-Reparatur sieht dieselbe Rechnung völlig anders aus.
Die Kennzahl, die viele vergessen: Wiederkehr
Ein über Google gewonnener Kunde ruft beim nächsten Problem oft direkt an — ohne Klickkosten. Bei Gewerken mit Wartung, Service oder Folgeaufträgen (Heizung, Elektro, SHK, Garten) darfst du deshalb nicht nur den ersten Auftrag gegenrechnen. Sinnvoller ist die Frage: Was ist mir ein neuer Stammkunde wert?
Realistische Startbudgets
Unterhalb einer gewissen Schwelle sammelt eine Kampagne zu wenig Daten, um beurteilbar zu sein. Als Orientierung für den Start in einem klar abgegrenzten Umkreis:
| Situation | Startbudget/Monat | Warum |
|---|---|---|
| Ländliche Region, ein Gewerk | 300–500 € | wenig Suchvolumen, günstigere Klicks |
| Mittelstadt, ein Gewerk | 500–900 € | mehr Wettbewerb, mehr Suchanfragen |
| Großstadt oder hochpreisiges Gewerk | ab 1.000 € | teure Klicks, sonst zu wenig Datenbasis |
| Notdienst / akuter Bedarf | flexibel, tageszeitgesteuert | Budget dann einsetzen, wenn du erreichbar bist |
Plane außerdem eine Lernphase von vier bis sechs Wochen ein. In dieser Zeit fließt Budget auch in Suchanfragen, die sich später als unpassend herausstellen — das ist kein Fehler, sondern der Weg zu einer sauberen Negativ-Keyword-Liste.
Die fünf häufigsten Geldverbrenner
- Kein Conversion-Tracking: Ohne gemessene Anfragen und Anrufklicks optimierst du im Blindflug — und Google lernt nichts dazu.
- Weitgehend passende Keywords ohne Ausschlussliste: Du zahlst für „Ausbildung“, „Jobs“, „selber machen“ oder „kostenlos“.
- Anzeigen, die auf die Startseite führen: Wer nach „Fenster tauschen“ sucht, will nicht die Firmenübersicht.
- Zu großer Radius: 50 km Umkreis klingt gut, produziert aber Anfragen aus Orten, in die du gar nicht fährst.
- Kampagne läuft rund um die Uhr, aber niemand geht ans Telefon: Bei Notdienst-Keywords ist Erreichbarkeit die halbe Kampagne.
Sinnvoller Start für einen Handwerksbetrieb
- Ein Gewerk statt alles gleichzeitig — z. B. nur Badsanierung statt „alles rund ums Bad“
- Klar abgegrenzter Umkreis um deinen Standort, an Fahrzeiten orientiert
- Eine Zielseite, die genau zu dieser Leistung passt
- Anrufe und Formularanfragen als Conversion messen
- Suchbegriffe-Bericht wöchentlich prüfen und Ausschlusskeywords pflegen
- Nach 4 bis 6 Wochen anhand echter Daten nachjustieren, nicht nach Bauchgefühl
Wann Google Ads für dich nicht passt
Wenn du für die nächsten Monate voll ausgebucht bist und keine Kapazität für neue Aufträge hast, ist bezahlte Werbung Geldverschwendung. Sinnvoll ist der Einstieg, wenn du planbar Aufträge brauchst, eine Zielseite hast, die Anfragen ermöglicht, und Anrufe zeitnah annehmen kannst. Auch bei sehr kleinen Auftragswerten ohne Folgegeschäft rechnet sich der Kanal oft nicht — dann sind Google Business Profile und Empfehlungen der bessere Hebel.
Häufige Fragen
Wie schnell kommen die ersten Anfragen?
Erste Klicks gibt es meist am Tag des Starts. Belastbare Aussagen über Kosten pro Anfrage brauchen aber in der Regel vier bis sechs Wochen, weil erst dann genug Daten für Optimierungen vorliegen.
Kann ich das Budget monatlich ändern?
Ja. Tagesbudgets lassen sich jederzeit anpassen, erhöhen, senken oder pausieren — zum Beispiel im Sommerloch oder wenn du gerade ausgebucht bist.
Was passiert mit meinem Konto, wenn ich die Betreuung beende?
Das Google-Ads-Konto sollte auf deinen Namen laufen. Dann bleiben Kampagnen, Historie und Daten bei dir, unabhängig davon, wer sie betreut.
Lohnen sich Google Ads neben einem guten Google-Business-Profil?
Häufig ja, weil Anzeigen oberhalb der Kartenergebnisse erscheinen und du bei umkämpften Begriffen sonst hinter größeren Anbietern landest. Das Business-Profil bleibt trotzdem Pflicht — es kostet nichts und bringt lokale Sichtbarkeit.
Passende Leistung
Mehr Details, Ablauf und Kosten findest du auf der Leistungsseite.
Google Ads für Handwerker